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Eine
Produktion des Tschechow-Studienjahres 1995/96
Leitung: Jobst Langhans
Michael Tschechow Studio Berlin
Das Stück handelt von einer Theatergruppe, die "Romeo und Julia"
im belagerten Sarajevo unter den erschwerten Bedingungen des Krieges einstudiert.
Es spielt an einem Frühlingstag, dem Geburtstag einer jungen Schauspielerin.
Das bunt zusammengewürfelte Ensemble wurde von seinem Regisseur einige
Wochen vor der Premiere verlassen, da er mit seiner kranken Frau ins Ausland
geflohen ist.
Eine junge Regisseurin übernimmt das Ensemble und setzt der alten,
traditionell und auf Unterhaltung angelegten Inszenierung ein neues Konzept
entgegen. Sie möchte den Menschen in Sarajevo keine Zerstreuung und
Unterhaltung bieten, sondern zeigen, daß sie ihre eigene Situation
durch die Geschichte von "Romeo und Julia" deutlicher begreifen können.
Versöhnung nach dem Krieg, inmitten der Trümmer und trotz aller
tiefen Verletzungen und des grenzenlosen Hasses, ist ihr konzeptioneller
Ansatz: Die Versöhnung der Familien Capulet und Montague in der Gruft
über den Leichen von Romeo und Julia soll "wie ein Licht in die graue
Stimmung hineinleuchten". Dieser idealistische Anspruch stößt
auf Widerstand im Ensemble. Einer der Schauspieler spürt, daß
die Regisseurin ihre formulierten Ideal selbst nicht leben kann und versucht
ihre "Lebenslüge" aufzudecken. In dem sich zuspitzenden Konflikt,
bemüht sich der Musiker des Ensembles um Ausgleich. Er versucht dem
Angreifer die "Maske des Zynismus" vom Gesicht zu nehmen, indem er ihn
in einen sokrateischen Dialog über Ideale und die Macht der Worte
verwickelt.
Am Abend, während der Geburtstagsparty mit Vodka, Witzen, Slapstiks
und Tanz, wird die Regisseurin mit der Vergangenheit konfrontiert. In
einem der Partygäste erkennt sie einen serbischen Ex-Soldaten, der
bei der Deportation ihres Mannes beteiligt war. Haß und der Wunsch
nach Rache brechen aus ihr hervor ...
Das
Stück wurde bereits von verschiedenen Schulen mit großem Erfolg
nachgespielt.
Es kann über das MTSB als PDF-Datei bezogen werden.
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Eine
Produktion des Tschechow-Studienjahres 1997/98
Leitung: Jobst Langhans
Das Stück beschreibt den Konflikt zwischen einer an den Rollstuhl
gefesselten Mutter und ihrer Tochter, die sich aus Pflichtgefühl
gegenüber der kranken Mutter nicht von ihr lösen kann, um ihr
eigenes Leben aufzubauen. Im Elektramythos findet sie eine ideelle Leidensgenossin,
mit der sie sich zunehmend identifiziert. Die Grenze zwischen Mythos und
Wirklichkeit hebt sich zunehmend auf. Bei einem Brand kommt die Mutter
beinahe ums Leben. Der Verdacht fällt auf die Tochter.
(Veröffentlichung in Vorbereitung)
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